Jugend ändert Kirche

Wahl mit Folgen

"Das erste Mal". Mit diesem eindeutig zweideutigen Spruch hat das evangelische Amt für Jugendarbeit in Nürnberg die 14- bis 21-jährigen umworben, die am letzten Sonntag zum ersten Mal zur Kirchenvorstandswahl gehen durften. Das Titelbild der Werbekampagne zeigt ein junges Paar aus Schwabach in zärtlicher Umarmung. Erst der Begleittext macht deutlich, dass es hier nicht um Partnerwahl geht, sondern um die Zukunft der Kirche. Die jugendlichen Erstwähler sollten bei der Wahl "aufkreuzen", sich in die Angelegenheiten der Kirche "einmischen" und die von ihnen gewünschten Kandidaten "ankreuzen".

"aufkreuzen - einmischen - ankreuzen". Nach diesem Motto hat schon Jesus gehandelt, der als 12-jähriger mit den Schriftgelehrten im Tempel diskutierte. Die nach ihm benannte Kirche hat sich leider im Laufe der Zeit von einer Jugendbewegung in einen Seniorenclub verwandelt. Damit teilt die Kirche das Schicksal von vielen Vereinen, Parteien und Gewerkschaften, aber das ist kein Trost. Junge Menschen werden einerseits im Gottesdienst schmerzlich vermisst, andererseits sind sie nur selten wirklich erwünscht. Bezeichnend für oben genannte Kampagne ist die Tatsache, dass der zunächst vorgesehene Untertitel "jugend ändert kirche" wieder gestrichen wurde.

Dennoch wird die Wahl am letzten Sonntag für die Kirche nicht ohne Folgen bleiben. Denn der Kirchenvorstand wirkt nicht nur bei der Besetzung von Pfarrstellen mit, sondern er entscheidet auch über die Verteilung der Finanzen und die Gestaltung des Gottesdienstes. Ich gehe davon aus, dass sich die neugewählten Kirchenvorsteher verstärkt für die Interessen der jungen Generation einsetzen werden. Sie werden in Verbindung mit dem jeweiligen Pfarrer dafür sorgen, dass sich auch die diesjährigen Erstwähler im Gottesdienst wieder zuhause fühlen. Dazu gehören meiner Ansicht nach kurze Predigten in einer zeitgemäßen Sprache und Lieder, die nicht nur mit der Orgel, sondern auch mit Gitarre, E-Piano und Schlagzeug begleitet werden.


 

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