Kompliziert und doch so einfach

Der Glaube an den dreieinigen Gott

"Ein Christ muss in frommer Weise zählen: 1 + 1 + 1 = 1". Das hat der Kirchenvater Basilius einmal gesagt. Diese merkwürdige Gleichung bezeichnet keine mathematische Formel, sondern ein christliches Bekenntnis: Vater, Sohn und Heiliger Geist sind derselbe Herr und Gott. Wer nach einem biblischen Beleg für die Dreieinigkeit, auf lateinisch Trinität, sucht, wird sich allerdings schwer tun.

In der Bibel gibt es nur zwei Stellen, die von einem dreieinigen Gott sprechen. Am Ende des Matthäusevangeliums sagt Jesus zu seinen Jüngern: "Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Am Ende des 2. Korintherbriefes schreibt Paulus: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen".

Diese beiden Stellen begründen noch keine Trinitätslehre, sie sind aber ein Hinweis darauf, dass die Väter des Konzils von Nizäa im Jahr 325 schriftgemäß entschieden haben. Denn die Kirche musste sich gegen den Vorwurf abgrenzen, sie glaube nicht an einen Gott sondern an drei. Das Nizänische Glaubensbekenntnis ist aber nicht nur ein Dokument der Abgrenzung, sondern ein starkes Band, das bis heute alle Christen auf der ganzen Welt im Glauben an den dreieinigen Gott verbindet.

Das Fest Trinitatis geht übrigens auf Johannes XXII., einen Papst des 14. Jahrhunderts, zurück, und wird seit dem 18. Jahrhundert am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Und Johannes XXIII., ein Papst des 20. Jahrhunderts, hat es geschafft, seinen Glauben noch einfacher zu formulieren als Basilius: "Gott weiß, dass ich da bin. Das genügt mir".


 

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