Die Last der Engel

Ein Geschenk an die Welt

"Die Last der Engel". So lautet der Titel eines Weihnachtskrimis der aus Würzburg stammenden Pfarrfrau Annette Döbrich. Im Mittelpunkt dieses Krimis steht eine arbeitslose Frau namens Elfie Brunnhuber, die sich gerade von ihrem Freund mit dem bezeichnenden Namen Jürgen Schläger getrennt hat. Obwohl Elfie allein ist und kein Geld hat, bummelt sie durch die festlich geschmückten Straßen und träumt von einem Weihnachtsfest im Kreise ihrer nicht vorhandenen Familie.

Plötzlich wird sie vor einem Drogeriemarkt von zwei Frauen angesprochen, die ihr kurzerhand ein Baby samt Kinderwagen anvertrauen und im Laden verschwinden. Elfie wartet, sie wird unruhig, aber die beiden Frauen kommen nicht wieder. Zunächst ratlos, dann verzweifelt durchsucht sie den Laden - doch vergeblich. Schließlich nimmt sie das Baby mit nach Hause.

Durch die Zeitung erfährt sie vom Verschwinden eines Kindes und dem mysteriösen Tod seiner Mutter. Sie glaubt, dass die beiden Frauen Engel waren, die das Kind aus Lebensgefahr gerettet und ihr in den Schoß gelegt haben. Inzwischen taucht ihr Ex-Freund Jürgen wieder auf und versucht, sie wegen des Kindes zu erpressen. Aber Elfie Brunnhuber gibt ihr Christkind nicht kampflos auf.

Auch die Weihnachtsgeschichte erzählt von Engeln, die das biblische Christkind von der Geburt an begleiten und in allen Gefahren beschützen. Diese Engel erscheinen Maria und Josef, aber auch den Hirten von Bethlehem. Ihre Botschaft beginnt stets mit den Worten: "Fürchtet euch nicht!". Ich schließe daraus: Engel wollen uns keine Angst einjagen, sondern uns ermutigen - zum Leben in der Welt und zum Glauben an Gott. Engel sind die Stellvertreter Gottes, aber sie treten nie an seine Stelle. Engel werden selbst nicht angebetet, aber sie führen uns in die Anbetung: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden - bei den Menschen, die guten Willens sind".

Engel sind keine Mitarbeiter der Kirche, sondern Boten des Himmels. Sie kommen nicht nur zu denen, die ihre Kirchensteuern bezahlen und regelmäßig in den Gottesdienst gehen, sondern zu allen Menschen, die guten Willens sind. Das Christkind ist ein Geschenk Gottes an diese Welt, eine Last der Engel, die uns allen in den Schoß gelegt wird.


 

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