Gedichte

 

 


Aus bittern Meeren
zieht die Sonne süßes Wasser,
so zieh auch Liebe du
aus Herzen deiner Hasser.

Friedrich Rückert

 

 


Schlägt dir die Hoffnung fehl,
nie fehle dir das Hoffen!
Ein Tor ist zugetan,
doch tausend sind noch offen.

Friedrich Rückert

 

 

 

Wer ist mein Nächster?

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,
der bedeutendste Mensch immer der,
der mir gerade gegenübersteht,
und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.

Meister Eckhart  

 


Das Vaterunser im Rhöner Dialekt

Unner Vodder im Haimu,

dei Nome söull gehällicht war,
dei Reich söull kumm.
Bos du willst, söull gscheäh
im Haimu und ach doa hunne ouf dr Wäild.

Gah uns jeden Doch unner Broad.
Und vergah uns unnere Schould,
so bi mi ach darre vergann,
die bu uns wos schuldich sänn.
Und läss uns nit in Versuchung geroat.
Besser wärsch, du erlöast uns vo dam Böasse.

Wäll dir köät dos Reich und die Kroft
und aues Schöanne, zellatich und für ewich. Amen.

So wird das Vaterunser am Fuße des Kreuzberges gesprochen -
in Zahlbach, Gemeinde Burkardroth, Kreis Bad Kissingen, festgehalten von Heidrun Zink aus Würzburg.

 

 

Richtigstellung

Es wird behauptet,
Jesus sei auch aus der Kirche ausgetreten.
Das ist falsch.

Richtig ist:
Er war nie Mitglied.

Niko Natzschka

 

Es muss ja alles gut werden, 
weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.

 

Søren Kierkegaard

 

Du aloi hoschd Macht

Onser Vadr em Hemmel,

du bischt haelig, älle Menscha sollet dir d'Ehr geba. 
Dei Kenigreich soll zo ons komma. 
Was du willschd, muas g'scheah em Hemmel ond auf dr Erde.

Gib ons jedan Dag onser Brot, dass mr läba kennat. 
Ond verzeih ons, was mr doa hent! 
Breng ons ed en d'Versuachong, dass mr ebbas Orechts deant; 
ond hilf ons, dass ons koe Ibel hoemsuacht. 

Du aloi hoschd Macht ond Gwald ond's Aseah drzua. Amen.

Das Vaterunser auf Schwäbisch

 

Die Liebe ist echt das Größte. Ohne sie ist alles nichts.

1. Korinther 13,13 (Volxbibel)

 

Du willst es, du kannst es und du tust es auch

Unse Voder in’n Himmel,

laat hillig warrn Dien Noomen,
laat kamen Dien Riek.
Watt du wiss‘, schall warrn in Himmel uno p de Eer.

Giv uns Brood düsse Dag.
Un reeken uns nicht o, watt wi unrecht daan heppt,
so as wi nich toreeken wöllt, watt uns andaan is.
Laat uns nich afkoomen vun Dien Recht,
un maak uns free vun all datt, watt uns drifft.

Du wiss‘ dat, Du kannst datt un du deist dat ok. Amen.

Das Vaterunser auf Plattdeutsch

 

 

Ein altes Ehepaar

Wir geben nah' am Lebensrand
uns vor dem Schlafen noch die Hand.
Und jeder weiß, was uns verblieb:
"Ich hab' dich lieb, du hast mich lieb".

Wir werden bald im Grabe sein.
Wer lässt den andern dann allein?
Wie Gott es will! Doch spüren wir:
"Du bist in mir, ich bin in dir".

Wir wandern lang, bis wir versteh'n:
Der Tod ist ein nach Hause geh'n.
Verwandeln wird dann alles sich.
Die Liebe bleibt für dich und mich.

Hans Ahrens

 

 

Täglich zu singen

Ich danke Gott und freue mich
wie's Kind zur Weihnachtsgabe,
dass ich bin, bin! und dass ich dich,
schön menschlich Antlitz habe,
dass ich die Sonne, Berg und Meer
und Laub und Gras kann sehen
und abends unter'm Sternenheer
und lieben Monde gehen
und dass mir denn zumute ist,
als wenn wir Kinder kamen,
und sahen, was der heil'ge Christ
bescheret hatte. Amen.

Matthias Claudius

 

Zehn Maß Leiden kamen auf die Erde herab.
Jerusalem bekam davon neun Maß.
Die übrige Welt eins.

Zehn Maß Schönheit kamen auf die Erde herab.
Jerusalem bekam davon neun Maß.
Die übrige Welt eins.

Jüdisches Sprichwort

 

Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.

Friedrich Hölderlin in seinem Gedicht "Patmos" (1802)

 

Der wahre Sieg

Vincit, qui se vincit.

Lat.: Es siegt, wer sich selbst besiegt.

Publilius Syrus, röm. Schriftsteller (1. Jhdt. v.Chr.)

 

Vom Scheitern

Der Mensch fällt nicht, weil er schwach ist,
sondern weil er glaubt, stark zu sein.

Aus dem Talmud

 

Zeichen am Weg

Dem Vergangenen - Dank.
Dem Kommenden - Ja.

Dag Hammarskjöld

 

Worauf es ankommt

Gott weiß, dass ich da bin.
Das genügt mir.

Papst Johannes XXIII.

 

nur einer von 1.409

ich bin nur ein schüler
an meiner Schule
nur einer von 1.409

mit drei punkten oder vieren
kannst du nicht medizin studieren

morgen kommt die Arbeit raus
dann gehen bei dir die Lichter aus

doch du bist ein gott
der mich sieht
ein gott der mich liebt

Niko Natzschka

 

die begegnung

ich ging
ich lief
ich rannte
durch das dunkel
das chaos
verzweifelt
in angst

und dann
blieb ich stehen
wurde ruhig

ein mensch

ich fühlte
und freute mich
und sah

licht

Elisabeth Wedel

 

worte

nicht greifbar
rinnen durch finger
aber knüpfen ein hauchdünnes netz
zerreißbar
das meinen sturz auffangen soll
immer wieder

Elke Hieckmann

 

Was ich spüre ist Dank

1 Was ich spüre, ist Dank,
ja, das ist Dank
für jeden Tag,
für jede Nacht,
für jeden Augenblick,
den ich erleben darf mit dir.

2 Aus dem Dank wird ein Lied,
ein neues Lied,
ein Lied für den Tag,
ein Lied für die Nacht,
ein Dank für das Leben,
das ich leben darf mit dir.

Niko Natzschka

 

Psalm 98

1 Aufstehn, Essen, Arbeit, Schlafen. Mühlmahlealltagslied.
2 Lesen, Ruhen, Singen, Pfeifen. Mühlmahlealltagslied.
3 Lachen, Weinen, Lieben, Leiden. Mühlmahlealltagslied.
4 Ist das das Ende? Ist das das Ende vom Lied?

5 Warten, Hoffen, Hören, Sehen. Singt dem Herrn ein neues Lied.
6 Glauben, Beten, Handeln, Helfen. Alles Leben wird zum Lied.
7 Aufstehn, Essen, Arbeit, Schlafen. Alltag, aber Lied.

Anneliese Küchle

 

Psalm 151

1 Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum,
lobet ihn in der Feste seiner Macht.

2 Denn er hält das ganze Web in seiner Hand,
danket ihm und googelt seinen Namen.

3 Sucht ihn bei Facebook mit Frohlocken
und twittert allen Menschen seine Herrlichkeit.

4 Kauft euch bei eBay Pauken und Trompeten,
gebt eurem iPhone den schönsten Klingelton.

5 Denn seine Mailbox ist niemals voll,
und seine Flatrate kennt keine Grenzen.

6 Alles, was online ist, lobe den Herrn. Yahoo!

Niko Natzschka

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