Jedes Kind ein Zeichen

Hoffnung für die Welt

"Eine Taufe am 11. September?". Ein wenig bin ich schon erschrocken, als junge Eltern vor einigen Wochen ihr Kind zur Taufe am letzten Samstag in den Sommerferien angemeldet haben. Aber warum eigentlich nicht? Soll dieses Datum denn für immer mit Angst besetzt sein? Nein, ich lasse mir keinen Tag aus dem Kalender streichen! Ich werde die Taufe - wie gewünscht - am 11. September vollziehen und dabei an den indischen Gelehrten Rabindranath Tagore denken, der einmal gesagt hat: "Jedes Kind ist ein Zeichen dafür, dass Gott diese Welt noch nicht aufgegeben hat".

Als Taufspruch habe ich das Versprechen gewählt, mit dem Gott die Sintflut beendet: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht" (Gen. 8,22). Dazu werde ich in meiner Taufansprache sagen: "Nach jedem Dunkel kommt ein neuer Morgen. Nach jedem Winter kommt ein neuer Frühling. Nach jedem Gewitter scheint wieder die Sonne". Dann werde ich die Taufkerze entzünden, die von der Patin mit einem leuchtenden Regenbogen verziert worden ist. Ich werde daran erinnern, dass Gott sein Versprechen mit diesem Zeichen besiegelt hat: "Siehe, ich setze meinen Bogen in die Wolken. Der sei das Zeichen zwischen mir und dir".

Zum Schluss werde ich mit der Tauffamilie noch ein Lied singen. Und das geht so: "Noch immer sehe ich die Felder reifen. / Noch immer wiegen Ähren sich im Wind. / Und aus der Erde brechen immer neue Quellen. / Und immer wieder schreit ein neugebornes Kind. / Die Sonne hört nicht auf zu sinken und zu steigen. / Die Ernte kommt in aller Fülle, so wie jedes Jahr. / Ich singe, juble, schreie, wie könnte ich auch schweigen? / Noch leb ich ja. Und das ist wunderbar".


 

 

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