Licht verändert die Welt

Rembrandts Maltechnik

Sein Vorname war so selten, dass er seinen Nachnamen getrost weglassen konnte: Rembrandt Harmensz van Rijn wurde am 15. Juli 1606 in Leiden geboren. Als neuntes von zehn Kindern wuchs Rembrandt in bescheidenen Verhältnissen auf. Mit 15 Jahren begann er zu malen, er machte eine Ausbildung in Amsterdam und eröffnete dann mit einem Freund in Leiden ein Atelier. Rembrandt malte u.a. Landschaften, biblische Szenen und mehr als hundert Selbstporträts.

Im Jahr 1631 zog der Maler nach Amsterdam und wohnte im Haus des Kunsthändlers Hendrick von Uylenburgh, dessen wohlhabende Nichte Saskia er heiratete. Durch die Ehe verbesserte sich seine finanzielle Situation soweit, dass er in Amsterdam ein Haus erwerben konnte. Als ihm Saskia bald darauf mit Titus einen Sohn schenkte, schien sein Glück vollkommen.

Doch Saskia starb neun Monate nach der Geburt des Sohnes. Ihr Tod stürzte Rembrandt in eine tiefe Krise. Erst einige Jahre später fand er Trost bei Hendrickje Stoffels, dem Kindermädchen von Titus. Hendrickje schenkte ihm eine Tochter mit dem Namen Cornelia, die seine Hand hielt, als er am 4. Oktober 1669 in Amsterdam starb. Cornelia heiratete später einen Maler und nannte ihr erstes Kind - Rembrandt.

Was mich an Rembrandt beeindruckt, ist seine Maltechnik, die von dem italienischen Maler Caravaggio (1573-1610) beeinflusst ist. Caravaggio malte vorzugsweise dunkle Szenen, die von einem hellen Lichtstrahl durchbohrt werden. Diesen Spotlight-Effekt setzte Rembrandt dazu ein, um bestimmte Personen hervorzuheben oder ein Geschehen neu zu deuten. Rembrandt veränderte seine Welt, indem er sie in einen neues Licht tauchte.

Auch meine Welt kann sich im Lichte Rembrandts ändern. Das heißt: Ob ich diese Welt als Paradies sehe oder als Jammertal, das ist nur eine Frage der Beleuchtung. Ob ich eine Situation als Chance sehe oder als Krise, das ist nur eine Frage der Beleuchtung. Ob ich einen anderen Menschen als Freund sehe oder als Feind, das ist nur eine Frage der Beleuchtung. Im Lichte Rembrandts kann ich sogar mein Spiegelbild ertragen.


 

 

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