Von der Zahl zur Funktion

Der Mathematiker Leonhard Euler

"Er rechnete, wie andere atmen". So lautet der Titel eines Vortrags anlässlich des 300. Geburtstages des Schweizer Mathematikers Leonhard Euler, der am 15. April 1707 in Basel geboren wurde. Leonhard war der älteste Sohn des reformierten Pfarrers Paul Euler und seiner Frau Margarethe, geborene Bruckner. Eigentlich wollte er Theologie studieren - doch er entschied sich für die Mathematik. Er studierte in Basel bei Johann Bernoulli. Dessen Sohn Daniel berief ihn im Jahr 1727 nach St. Petersburg, wo er den Lehrstuhl von Daniels Bruder Nikolaus II. übernahm.

Am 7. Januar 1734 heiratete Leonhard Euler seine Frau Katharina, geborene Gsell, die ihm 13 Kinder schenkte. Besonders die Söhne Johann Albrecht und Christoph wurden zu einer großen Stütze des Vaters, dessen Sehfähigkeit im Laufe der Jahre immer mehr nachließ. Trotzdem nahm Leonhard Euler im Jahr 1741 einen Ruf von Friedrich dem Großen an, der mit seiner Hilfe in Berlin die Preußische Akademie der Wissenschaften aufbaute.

Nachdem sich der Mathematiker mit dem Preußenkönig überworfen hatte, kehrte er 1766 nach St. Petersburg zurück, wo er trotz seiner völligen Erblindung die produktivste Phase seines Lebens erleben durfte. Als Leonhard Euler am 18. September 1783 in St. Petersburg starb, hinterließ er ein umfangreiches Lebenswerk mit 866 Veröffentlichungen aus den Bereichen Algebra, Geometrie, Optik, Mechanik, Schiffsbau, Musik und Theologie.

Leonhard Euler erhob die "Funktion" zum wichtigsten Begriff der Mathematik nach der "Zahl". Er nannte die Funktion f, die imaginäre Zahl i, die Kreiszahl pi, die Differenz Delta und die Summe Sigma.

Auch wenn der Name "Leonhard Euler" in meiner Schulzeit nie gefallen ist, habe ich – ohne es zu wissen – viel von ihm gelernt. Besonders interessant finde ich seine Versuche, die Mathematik mit anderen Disziplinen zu verknüpfen.

Einen solchen Versuch hat nun auch das Würzburger "Museum im Kulturspeicher" mit der Ausstellung "Ausgerechnet ... Mathematik und Konkrete Kunst" unternommen. In Zusammenarbeit mit dem mathematischen Institut der Universität zeigt das Museum noch bis 29. April verblüffende Einblicke z.B. in die Drehsymmetrie eines Salatkopfs. Leonhard Euler hätte seine Freude daran gehabt!


 

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